Bei der Entstehung des diabetischen Fußes spielen Druckfaktoren eine entscheidende
Rolle. Daher ist es wichtig zu erfassen, welche Bereiche der Fußsohlen besonderen Druck -
belastungen ausgesetzt sind, um eine Orthopädie - schuhtechnische Versorgung zu
gewährleisten, die nicht nur medizinische Maßnahmen begünstigt und unterstützt, sondern
ebenso dem Entstehen von Geschwüren entgegenwirkt.
Der Blauabdruck
   

Mit diesem einfachen und erprobten Verfahren
läßt sich ein sehr genauer zweidimensionaler
plantarer Fußabdruck herstellen.
Der Patient kann dabei entweder voll aufrecht
stehen oder aber auch sitzen, denn das
Eigengewicht des Unterschenkels und des
Fußes reicht für dieses Verfahren aus.
Dadurch lassen sich Druckstellen sowie Horn -
hautstellen und anderes verschieden kontrastreich darstellen. Abweichungen in der Fuß -
achse sowie Abflachungen des Längsgewölbes zeichnen sich sehr genau ab.
Der Schaum - Form - Abdruck
   

der Schaum - Form - Abdruck

Bei diesem Verfahren wird der Fuß des
Patienten bei stehender Körperhaltung in einen
4 bis 5 cm dicken Schaumblock eingedrückt.
Sitzt der Patient, läßt sich durch gezielten
Druck auf den Oberschenkel und Knie der Fuß
in nicht voll belastetem Zustand eindrücken.
Dadurch drückt sich insbesondere
das Gewebepolster der Ferse nicht so stark
zum Fersenrand ab. Vorhandene orthopädische
Fehlstellungen wie z.B. der lockere Plattfuß kommen nicht in ihren Endzustand.
Das so gewonnene dreidimensionale Fußnegativ wird nun entweder mit Gips, Kunststoff oder
reversibler Masse ausgegossen.
Die Aufgaben des Orthopädie - Schuhtechnikers
   
1. Versorgung unkomplizierter diabetischer Füße, die rein orthopädische Fehl -
     stellungen aufweisen
2. Versorgung von Füßen mit herabgesetzter Sensibilität und/oder verringerten
     Vibrationsempfinden
3. Versorgung von Füßen mit abgeheilten Geschwüren
4. Versorgung diabetischer Patienten nach Amputationen oder noch bestehender
     Wunden
 
Die Versorgung unkomplizierter diabetischer Füße
 
Um bei orthopädischen Fehlstellungen des Fußes, die primär nichts mit dem Diabetes zu tun
haben, an bestimmten Partien zu mildern, bedarf es einer speziellen Einlagenversorgung für
geeignete Konfektionsschuhe oder der speziellen Zurichtung der vorhandenen Schuhe.
Wenn keine herabgesetzte Sensibilität und/

diabetesadaptierte Fußbettung

oder verringertes Vibrationsempfinden vor-
handen ist, werden diabetesadaptierte Fuß-
gesundheitsschuhe und Diabetesfußbettungen
empfohlen.
Des weiteren werden die Patienten über die
entsprechende Sorgfalt bei der Fußpflege und
das Verletzungsrisiko aufgeklärt.
 
Die Versorgung bei herabgesetzter Sensibilität und/oder verringertem Vibrations-
empfinden
 
Bestehen Zeichen herabgesetzter Sensibilität und/oder von verringertem Vibrationsempfinden,
sollten individuelle Diabetesfußbettungen sowie diabetesadaptierte orthopädische Schuh -
zurichtungen Verwendung finden. Die Fußbettungen dienen der Druckentlastung besonders
betroffener Fußpartien, indem der Druck großflächig auf die weniger belasteten Partien
verteilt wird.
 
Die Versorgung von Füßen mit bereits abgeheilten Geschwüren
 
Bei abgeheilten Geschwüren sind orthopädische Maßschuhe erforderlich, wobei zur Abformung
und Leistenerstellung hautschonende Abdruckverfahren verwendet werden.
Die Schuhe besitzen keine Innennähte oder Rauhigkeiten und sind gegebenenfalls auch 
seitlich gepolstert. Meist bedarf es einer besonderen Versteifung des Schuhs, um die Fuß -
wurzel und Ferse zu führen. Dadurch wird ein sicherer Stand gewährleistet.
 
Versorgung nach Amputationen oder bei noch bestehenden Wunden
 
Bereits amputierte Patienten benötigen eine individuelle Fußbettung mit diabetes - 
adaptierter Zurichtung der Konfektionsschuhe, oder sie brauchen orthopädische Maßschuhe.
Auch Zehen - und Vorfußersatzprothesen haben sich bewährt.
Bei bestehenden Geschwüren werden individuelle Fußteilentlastungsschuhe verwendet.
Diese Therapieschuhe dienen der Sofortbehandlung und haben das Ziel, den Patienten
frühestmöglich zu mobilisieren. Da die Heilung der Geschwüre Monate dauern kann, ist es
wichtig, adäquate Therapieschuhe anzufertigen, die eine totale Druckentlastung des
betroffenen Fußteils gewährleisten.
 
Beispiele Orthopädie - schuhtechnischer Versorgungen :
Diabetesadaptierte Fußbettungen mit Einbettungen bei bestehenden Geschwüren

Vorfußersatz bei Amputationen